Betreuung gesucht für WurzelWerk's


Ressourcen und deren Verschwendung   Teil III

Merientptah hat ein paar Gedanken zum Umweltschutz und dem Umgang mit Ressourcen aus kemetischer Sicht mit uns geteilt. Herzlichen Dank, sagt das WurzelWerk!!

Jeder zählt

Wir als Einzelne können dafür sorgen dass der Verbrauch von Erdölprodukten sinkt um somit mehr Zeit zu haben Alternativmethoden zu entwickeln. Und wie?
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel weniger autofahren und mehr öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Nicht jeder Weg muss mit dem Automobil zurückgelegt werden. Die Götter haben uns schließlich Beine gegeben, die wir ab und an auch mal zum Laufen benutzen sollten. Man sollte auch darauf achten bei Einkäufen nur Produkte zu erwerben die auf übermäßige Verpackungsmaterialien aus Kunststoff verzichten, denn auch diese Verpackungen werden aus Erdöl hergestellt. Auch ist es sinnvoll Produkte zu vermeiden, die erst um die halbe Welt transportiert werden bevor sie in unseren Regalen landen.

Heutzutage werden rund 90 % der Stückgüter des Welthandels mit Containerschiffen transportiert, die Schweröl oder Diesel als Treibstoff verwenden. Und wenn man bedenkt dass ihre Motoren bis zu 100‘000 PS stark sind kann man sich sicher vorstellen welch horrenden Treibstoffverbrauch diese Schiffe haben. (bei voller Leistung eines modernen also „sparsamen“ Motors liegt der durchschnittliche Treibstoffverbrauch eines ca. 300m langen Containerschiffes bei rund 14‘380 Liter Brennstoff pro Stunde also 345‘120 Liter pro Tag – ältere Modelle schaffen gerne mal das Doppelte)
Wir müssen keine Äpfel aus Neuseeland essen, die immerhin gute 19‘000 km Transportweg hinter sich haben (das ist knapp die Hälfte des Erdumfangs!), denn Äpfel wachsen auch hier. Sicherlich sind sie nicht ganz so hübsch wie die Importartikel aber geschmacklich gibt’s keine Unterschiede. Meist schmecken einheimische Waren sogar frischer und besser als Importartikel. Auch benötigen wir kein Fleisch aus Argentinien (12‘000 km Transportweg) oder Südafrika (9‘500 km Transportweg) denn in unserem Land werden genug Fleischprodukte hergestellt. Deutschland ist immerhin einer der weltgrößten Fleischexporteure. Die deutschen Fleischexporte sind binnen zehn Jahren stark gestiegen. Die Ausfuhren legten bis 2010 auf fast 3,7 Millionen Tonnen zu, wie das Bundesagrarministerium bekannt gab. Das war mehr als doppelt so viel wie 2001 mit 1,5 Millionen Tonnen. Müssen wir also Fleisch Importieren wenn wir in der Lage sind Millionen Tonnen davon in alle Welt zu verkaufen? Warum essen wir nicht unser Fleisch und die Argentinier ihres?
Auch exotische Früchte aus Südostasien (immerhin gut 11‘000 km Transportweg) oder Südamerika sind sicherlich kein „must-have“. Sie mögen ein angenehmes Schmankerl zu besonderen Anlässen sein, aber brauchen wir wirklich 12 Monate im Jahr Averrhoa carambola, Acerola, Ananas, Cherimoya, Guave, Kaki, Kiwi, Kumquat, Litschi, Mango, Papaya, Passiflora, Pitahaya, Tamarillo oder sonst was für Exoten? Keiner verlangt gänzlich auf diese Produkte zu verzichten, aber man sollte sich darüber im Klaren sein dass sie definitiv Luxuswaren sind deren Transport in unsere Geschäfte nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.
Sicherlich ist es besser Waren aus einheimischer Produktion Importwaren vorzuziehen.

Auch bei Kleidung sollte man darauf achten wo sie hergestellt wird. Ich bring als Beispiel einfache Baumwollkleidung an, deren Rohstoff Baumwolle hauptsächlich in Indien oder China angebaut wird. Diese Baumwolle wird nach der Ernte von dort in die Türkei oder die Ukraine verschifft um gereinigt und eingefärbt zu werden, um danach von dort weiter nach Pakistan oder Taiwan verfrachtet zu werden, wo sie dann zu Stoffen verwoben wird. Diese Baumwollstoffe werden dann weiter nach China, Taiwan, Pakistan oder in die Mongolei verbracht um daraus „billige“ Kleidungsstücke herzustellen, die schließlich von dort dann wieder nach Europa verschifft werden um hier in den Geschäften zu landen.
Das sind insgesamt über 23‘000 km Transportweg für ein „normales“ Baumwollkleidungsstück. Zusatzprodukte wie verarbeitete Reißverschlüsse oder Knöpfe, Kunststoffe sowie Farben für Aufdrucke usw. lassen die Transportstrecke der einzelnen Rohstoffe für ein normales Baumwollkleidungsstück mal schnell auf 60‘000 km anwachsen. Das ist eineinhalbmal der Erdumfang! Sicher die Masse macht diese Wege für den Welthandel wirtschaftlich aber dennoch sind sie in unseren Augen unnütz und eine Verschwendung.

Man sollte also darauf achten regionale und saisonale Produkte zu verwenden um die immensen Transportwege zu vermeiden, die riesige Mengen an Treibstoffen verbrauchen, sowie synthetische Produkte aus Erdöl nicht zu verwenden sondern natürliche zu bevorzugen. Sicherlich hängen an diesen Produktions- und Handelswegen auch Arbeitsplätze und der Welthandel lässt sich nicht gänzlich einstellen, aber das ist ein ganz anderes Thema. Heute geht es mir vordergründig um die Rohstoffe und deren Verbrauch.

Auch sollte man nur verreisen, wenn es unbedingt sein muss und dabei auch die Wahl des Reisezieles und des Fortbewegungsmittels beachten. Man muss nicht mit Flugzeugen oder Schiffen (die unleugbar Treibstoffvernichtungsmaschinen sind und obendrein durch ihren enormen Abgasausstoß die Umwelt schwer schädigen – aber das ist wieder ein anderes Thema) um die halbe Welt reisen und dort seinen Urlaub zu verbringen.
Diese Mobilität von Warenströmen und Menschen müssen wir drastisch reduzieren um Zeit zu gewinnen Alternativen für unser Ressourcenproblem zu finden. Auf diesen Luxus müssen wir in Zukunft einfach verzichten, zumindest teilweise, auch wenn es uns noch so schwer fällt. Ändern wir diesbezüglich unser Verhalten nicht und verschwenden weiterhin diese Ressourcen in solchen Massen stehen wir bald vorm Kollaps! Was dann passiert muss ich nicht prophezeien, das kann sich jeder normaldenkende Mensch selbst ausmalen.

Ein anderes Beispiel, das ich hier mal anbringen möchte, ist der enorme Verbrauch von Papiermaterialien in unserer Gesellschaft. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 250 kg Papier im Jahr (davon 44 % grafische Papiere, 42,3 % Verpackungen, 7,7 % Hygiene-Papiere, 6 % Spezialpapiere). Das sind insgesamt immerhin 20,5 Mio. Tonnen Papier die in diesem Land pro Jahr verbraucht werden! Zum Vergleich: 80% der Weltbevölkerung benötigen weniger als 30-40 kg Papier pro Jahr und Person. Um diese Zahlen mal greifbarer zu machen muss ich das mal etwas herunter brechen. Jeder einzelne Bürger verbraucht in diesem Land ca. 685 Gramm Papier pro Tag (insgesamt, vom Taschentuch bis zum Notizblock), das ist soviel wie ein Band der Harry-Potter-Bücher wiegt.
In Deutschland werden allein pro Jahr schätzungsweise 800.000 Tonnen Büro- und Administrationspapiere (das sind die normalen DIN A 4-Papierblätter) verbraucht. Ein Güterzug mit diesen 800.000 t beladen wäre etwa 600 km lang und würde aus ca. 40.000 Waggons bestehen. Auf 7,5t LKWs verteilt würde man etwa 320.000 LKWs benötigen. Umgerechnet auf normales 80g-Papier ergibt sich aus diesen 800.000 t ein Papierband von 1m Breite und 10 Mio. km Länge. Man kann dieses Papierband 250-mal um den Äquator legen. Bestünde das Papierband aus – an den kurzen Seiten aneinander gereihten – DIN A 4-Blättern, wäre es 47 Mio. km lang. Dies entspricht etwa der 120-fachen Entfernung von der Erde zum Mond (384.000 km).

Ich mag solche Beispiele, also noch zwei ums deutlicher zu machen was ich meine. Dieser Verbrauch von Büro- und Administrationspapieren entspricht weiterhin einer 10.000.000.000 m2 (10 Milliarden Quadratmeter) großen Fläche aus 80g-Papier. Damit könnte Christo den Reichstag 100.000-mal einpacken (er benötigte damals 100.000 m2 Polypropylen-Gewebe) oder ein knappes Drittel Nordrhein-Westfalens abdecken, oder 11-mal mal die Stadt Berlin. Diese 800.000 t entsprechen einer Menge von etwa 160 Mrd. DIN A 4-Blättern (80g). Ein Turm aus diesen Blättern wäre etwa 16.000 km hoch. Zum Vergleich: Die internationale Raumstation ISS fliegt in einer Höhe von ca. 400 km.

Ich denke das ist ziemlich viel. Zu viel!


Ende Teil II


Merienptah


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