Grundlagen des Gruppenbewusstseins   Teil I
Geschrieben von Matthew Webb und übersetzt von Moi


Jeder, der schon einmal vor einer Gruppe gesprochen hat, weiß, dass mit dieser Erfahrung ein seltsames Gefühl verbunden ist. Die Kehle ist oft wie zugeschnürt oder man bekommt Schmetterlinge im Bauch. Dieses Gefühl - im Mittelpunkt zu stehen - kann durchaus belastend sein. Indem sie diesen Fakt nützen, können probate Redner diese Tendenz umkehren.

Um ihre Botschaft rüberzubringen können sie durch die Stärke ihres Willens bzw. ihrer Gefühle bei den Zuhörern ein Mitdenken-und –fühlen anstoßen. Der Besucher eines Sportereignisses kann die Hektik, den Nervenkitzel und auch manchmal die Enttäuschung der ganzen Menge spüren. Schaulustige werden von Straßenkämpfen wie Eisenspäne von einem Magneten angezogen. Dabei werden sie nicht nur Zeuge einer körperlichen Prügelei, sondern auch einer mentalen Schlacht.

Man hat schon öfter gehört, dass bei religiösen Zusammenkünften Kranke durch das Gebet vieler geheilt wurden. Viele erlebten dabei eine wechselseitige, spirituelle Ekstase. Auch Meditationsgruppen machen sich die Tatsache zunutze, dass sich positive Ergebnisse um ein Vielfaches verstärken, wenn sich viele Menschen gemeinsam auf etwas konzentrieren.

Beispielsweise hat die transzendentale Meditation wiederholt (auch statistisch) demonstriert, dass in Meditation erfahrene Menschen die Häufigkeit von Stress und die daraus entstehenden Gewaltverbrechen in einer Gemeinde oder Region senken können und zwar allein durch ihre Anwesenheit und Übung der Meditation.

In all diesen Fällen ist hauptsächlich folgendes Naturgesetz  verantwortlich für unsere gemeinsamen übersinnlichen Erfahrungen: Das Prinzip des Gruppenbewusstseins.


In Kürze besagt das Prinzip des Gruppenbewusstseins Folgendes

Die Kraft die beim Zusammenspiel ähnlicher Gedanken entsteht, ist größer als die Summe ihrer Teile. Mit anderen Worten erzeugen Gedanken die sich miteinander auf ein gemeinschaftliches Thema fokussieren eine gemeinsame, wechselseitige Kraft die nicht lediglich zusammengesetzt, sondern um ein vielfaches kraftvoller ist als irgendein einzelner oder eine Gruppe individueller Gedanken.

In der Natur finden wir anschauliche Beispiele des Phänomens des Gruppenbewusstseins bei Sozialinsekten, insbesondere bei Ameisen, Termiten und Bienen. Ein einzelnes Insekt ist ein schwaches Individuum, aber eine Kolonie von z. B. Ameisen kann lebende Brücken bauen, Beute erlegen die  tausendmal größer als sie selber ist, gewaltige Tunnel oder ausgedehnte Hügel bauen. Auch Fischschwärme erspüren ihre Umwelt und wandern umher als ob die einzelnen Fische körperlich miteinander verbunden wären. Dasselbe passiert bei Vogelschwärmen und Hunderudeln. Genauso sind Affengruppen mit einer gemeinsamen Wahrnehmung ausgestattet, die weit über die einfache Kombination vieler Augenpaare hinausgeht. Das macht sie als Gruppe überlebensfähiger.

Die Technik des Brainstorming ist nicht allein wegen verbesserter psychologischer Prozesse effektiv. Ebenso wie jedes andere Konzentrieren auf eine gemeinsame Idee bewirkt es ein Verschmelzen des Bewusstseins der Teilnehmer - in unterschiedlichem Maße.

Solch eine Verschmelzung verbessert oder erweitert das Maß an Bewusstsein jedes einzelnen involvierten Individuums indem es den Grad der offensichtlichen Intelligenz hebt, auf dass nun  viel großartigere Dinge bewerkstelligt werden können.

Diese Tatsache hat eine beträchtliche Bedeutung welche sachkundige Okkultisten nicht auf die leichte Schulter nehmen, jene mit einer rein psychologischen Orientierung aber unwissentlich übersehen werden.


Das Phänomen des Gruppenbewusstseins ist ständig vorhanden, obwohl nur wenige Menschen es bemerken

Die meisten Leute gehen ihren täglichen Angelegenheiten nach, ohne irgendwann eine Bestandsaufnahme ihrer Gefühle und Intuition – ihres Gespürs - zu machen. Sie erkennen weder, dass nicht all ihre Gedanken von ihnen selbst kommen, noch die Gefühle und sogar Absichten, die ihre Gedanken kreuzen.
Tatsache ist dass, immer wenn zwei oder mehr Personen sich in der gleichen Umgebung befinden oder sogar wenn sie ähnliche Gedanken haben, aber eigentlich durch  große Distanzen getrennt sind, eine Art Gruppenbewusstseinseffekt stattfindet.

Unser Bewusstsein ist eine sehr flüssige, durchlässige Substanz welche selbsttätig von einem zum anderen fließt; eine ihrer selbst bewusste Person kann auf diesen Fluss einwirken und auch bestimmte Effekte nach ihrem Willen hervorrufen. Jeder von uns ist imstande Energien, Gefühle und Absichten anderer zu fühlen. Auch ohne jede Hilfe von Worten oder physischen Gesten wissen wir, wann jemand eine freundliche Ausstrahlung oder aber eine feindliche Absicht hat. Denn alle Menschen sind zu einem gewissen Grad auf mentaler Ebene feinfühlig, und wenn diese Empfindsamkeit in der Meditation noch verfeinert wird, dann wird klar, dass Gedanken und Gefühle viel mehr ein Gruppenphänomen als ein persönliches sind.

Wie es aussehen kann wenn zwei Menschen mit einem Bewusstsein denken, zeigt sich zum Beispiel wenn Person 1 einen Satz beendet den Person 2 gerade erst angefangen hat. Ein anderes Beispiel ist, wenn während einer Diskussion viele Leute dieselbe Idee zur selben Zeit haben, ohne dass auch nur irgendein hinweisendes Signal ausgesendet worden wäre.


In die Tiefe gehen

Es ist wichtig zu erkennen, welch tiefe Gemeinsamkeit von Zielen, Gefühlen, Gedanken und Schwerpunkten die Situation bei der Arbeit oder zu Hause mit sich bringt. Wir nehmen die Gefühle der anderen wahr und meistens übernehmen wir sie als wären sie unsere eigenen, tatsächlich sind sie aber entweder wechselseitig entstanden oder kommen gänzlich von unseren Mitmenschen.

In der Meditation lernen wir, wie grundlegend die Stimmungen und Gedanken anderer unser Wesen auf allen Ebenen beeinflussen. Diese Eindrücke werden mit dem gesamten Körper wahrgenommen! Tatsächlich bewirkt jedes von uns erzeugte Gefühl bei anderen eine Resonanz. Wenn wir Freude oder Traurigkeit in uns spüren, strahlt dieser Zustand automatisch nach außen ab, ganz ähnlich den Kreisen die ein in den Teich geworfener Stein zieht.

Solche Gefühls“wellen“ wirken auf andere Körper und Seelen ein und erzeugen dabei einen ähnlichen Zustand  in ihnen. Folglich strahlt der menschliche Körper / der menschliche Geist Informationen und Energien aus, so wie ein Radiosender Musik.

Um nun aber in diesen Zeiten gut leben zu können ist es für jeden von uns notwendig, sehr sorgsam zu beobachten welche mentalen Eindrücke wir sowohl aussenden als auch empfangen. Der menschliche Körper, ja eigentlich alle zellularen Strukturen, fungiert als Sende-/Empfangsgerät zur und aus der Umwelt. Das Internet ist somit nicht das einzige „Weltweite Netz“ in welchem die Welt eng verbunden ist. Wir sind umgeben von einem elektromagnetischen Ozean voller chaotischer Gefühlszustände (ein weltweites Merkmal unserer Zeit). Der einzelne muss lernen, (mental) darin zu schwimmen, oder er wird in einem tosenden Sturm untergehen.


Allerdings kann viel getan werden um die uns umgebenden Einflüsse zu kompensieren.

Wenn wir uns selbst beobachten, uns somit besser kennen lernen, gelingt es schon bald auseinanderzuhalten welche Gedanke, Gefühle und Absichten unsere eigenen sind und welche nicht. Der Meditierende kann ebenfalls wählen, in welchem Gefühl oder Zustand er/sie gerne bleiben möchte. Aber noch viel wichtiger ist, dass Gruppen von Meditierenden oder andere, auf etwas  ähnliches konzentrierte Einzelne einander tatsächlich auf einer tiefgründigen und mentalen Basis unterstützen können.

Jene die erkennen dass das Prinzip des Gruppenbewusstseins wahrhaftig existiert, können willkürlich gegenseitig ihre Bewusstseinsebenen erhöhen. Diese Gruppen positiv denkender Menschen werden sich schlussendlich nicht lediglich durch gemeinschaftliche „gute Schwingungen“ helfen, sie werden auch das Weltbewusstsein maßgeblich unterstützen indem sie einige selbstverständliche magische Gesetze anwenden.

Wir können das Gruppenbewusstseinsprinzip zu unserem persönlichen Vorteil , in Gruppen, in der Gemeinschaft oder auch weltweit nutze. Indem wir die Naturgesetze beobachten und wie von der Natur vorgesehen, wiedereinsetzen, wäre es uns Menschen noch möglich, die kommende globale Krise zu  überstehen. Vielleicht könnten wir uns sogar weiter entwickeln, zu einer Art die noch viel großartigere Entfaltungsmöglichkeiten hat als die gegenwärtige Form des Homo Sapiens.


Ende Teil I


Matthew Webb


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