Betreuung gesucht für WurzelWerk's


Mein Heidentum   Teil I

Gwydion hat in seinem Artikel die Gedanken zur Philosophie hinter seinem Glauben verpackt. Anufa hat diesmal wieder die Übersetzung übernommen und gemeinsam mit Lucia die Bebilderung des Artikels bestritten.

Ich glaube nicht an Gott, zumindest nicht im allgemeinen Sinn, aber ich sehe die Göttlichkeit überall. Viele der religiösen Hauptströmungen scheinen Gott als eine von uns getrennte Wesenheit zu beschreiben, ein unnahbares Wesen, das verurteilt, bestraft und generell über unser Schicksal entscheidet. Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass wir Gott und paradoxer Weise auch die Schöpfer von Gott und die Kinder von Gott sind.

Das Universum ist unendlich und wir sind nur ein winziger Lebensfunken mittendrin. Was das alles erschaffen hat, darüber können wir nur mutmaßen. Unsere Wissenschaftler und Mathematiker versuchen dahinter zu kommen. Unsere Künstler und Musiker erschaffen Beschreibungen davon und unsere Philosophen und spirituellen Führer, stellen Vermutungen über seine Bedeutung an. Was aber wir auch immer tun, wir betrachten es immer von einem menschlichen Standpunkt aus, was sonst könnten wir auch tun?
Das Gefühl des Getrenntseins von Gott entstammt unserer eigenen Schöpfung. Wir schaffen mit unserem unablässigen Geschnatter Barrieren, auch wenn wir das gerade nicht laut tun, so sprechen wir doch in unseren Köpfen. Nicht nur, dass wir in unseren Köpfen sprechen, wir schreiben unsere Worte auch nieder, damit andere sie lesen können und natürlich sprechen wir dann auch noch über die Worte von anderen Leuten.

Das Schreiben ist natürlich ein nützliches Werkzeug um anderen unsere Gedanken und Gefühle zu enthüllen, genauso wie das Kunst oder Musik ist. Wenn wir nach der Geschichte und der Archäologie urteilen, dann waren unsere vorherrschenden Motive um diese Dinge zu erschaffen spiritueller Natur und auch um zu lehren.


Einheit copyright Lucia  
Einheit © Lucia

Die Trennung

Kein Zweifel, nachdem unsere ersten menschlichen Vorfahren den Dreh mit Jagen, Sammeln und dem Auffinden von Unterschlupf raus hatten, begannen wir -  weil wir die neugierigen Tiere sind, die wir eben sind -  nach dem Sinn hinter all dem zu fragen. Das war der Beginn der Trennung. Indem wir nicht zufrieden waren, einfach nur zu „sein“, beschlossen wir, dass es da mehr geben müsse. Letzten Endes wurden Gedanken und Ideen über Gott in, wie wir sie heute nennen, heiligen Texten niedergeschrieben. Einige wurden als von Gott geschrieben dargestellt, obwohl sie natürlich von anderen Menschen geschrieben worden waren und es war unsere Interpretation davon, was wir dachten, dass Gott wollte und natürlich davon, was uns die Schreiber hören lassen wollten.
Vielleicht sind wir uns der weiten Welt rund um uns bewusster als andere Tiere, aber auch das ist Spekulation und vielleicht sogar ein wenig geltungsbedürftig.
Um zu überleben mussten wir wohl die Bewegungen der Tierherden mit einberechnen, den Wechsel der Jahreszeiten etc. und wir haben uns wohl gegenseitig Geschichten erzählt um uns an diese wichtigen Dinge zu erinnern. Um uns an etwas zu erinnern, wissen wir, dass Bilder und Übertreibungen eine wichtige Rolle spielen. Wenn man also etwas überlebensgroß macht, eine aufregende Geschichte hinzufügt, vielleicht mit ein wenig Angst oder sogar Humor, dann erinnert man sicher einfach besser daran.

Was ich glaube ist, dass wir in einer riesengroßen, komplexen Suppe des Lebens stecken, die unterschiedlichste Energien und Dimensionen hat, deren wir uns nur sehr schemenhaft bewusst sind. Denjenigen, die wir mitbekommen haben, haben wir Namen gegeben und sie wieder einmal mit menschlichen Begriffen beschrieben. So haben wir freie Bahn geschaffen für Götter und Göttinnen in ihren unterschiedlichsten Formen.


Begrifflicher Glaube

Ich denke, dass das Konzept von Gott und Göttin ein nützliches ist, obwohl ich auch denke, dass wir dieses Konzept bei mehr als einer Gelegenheit für die Realität gehalten haben, so wie die Karte für das Reiseziel zu halten.  Wie auch immer, das ist das Konzept an das ich glaube. Ich glaube, dass, wenn ich diese Idee nutze, sie mir dabei helfen wird, mein Bewusstsein und meine Wahrnehmung auf einen höhere Ebene zu heben. Diese ermöglicht mir ein neues Verständnis der Welt, tatsächlich des ganzen Universums rund um mich und der darin hausenden Energien.

Von unserem Blickwinkel aus, müssen wir mit der Erde beginnen, die , wie ich als Heide glaube, ein fühlendes Wesen ist.  Wie sich die Erde um die Sonne dreht, so tut sie das in regelmäßigen Mustern. Obwohl es in diesem Muster auch hie und da Veränderungen gibt, weil sie von Zeit zu Zeit auf ihrer Achse taumelt. Aber sie ist in diesem jetzigen Orbit schon eine sehr lange Zeit gereist, und während sie das tut, entwickelt sie sich selbst auf ihre Weise weiter. Es würde dann also Sinn machen, dass sich die Lebewesen, die innerhalb der Erde und auf ihrer Oberfläche leben, sich genauso weiterentwickeln.


Gott und Göttin copyright Anufa  
Gott und Göttin © Anufa

Ein Gehirn und zwei Hälften

Unsere Gehirne bestehen aus zwei deutlichen Hälften, eine Hälfte träumt, imaginiert, phantasiert und die andere Hälfte plant, arbeitet Dinge aus und ist praktisch. Diese zwei Hälften sind mit den unterschiedlichsten Nerven verbunden und arbeiten im Duett. Unterschiedlichen Menschen nutzen ihre Gehirne aber auf unterschiedliche Weise, als Beispiel: der Wissenschaftler denkt an eine Problemstellung, untersucht sie, träumt davon und endet mit unterschiedlichen Möglichkeiten, die eventuell die Fragen beantworten könnten, indem man eine Abfolge von Tests oder Theorien verwendet. Ein Künstler denkt an ein Motiv, um es zu malen, träumt davon, beschafft die Werkzeuge die er braucht um seine Idee zu erschaffen und bringt das zu Papier oder auf die Leinwand. Beide Szenarios benötigen die Zusammenarbeit beider Hälften des Gehirns um zu funktionieren, aber was heraus kommt, ist sehr unterschiedlich. Wir alle durchlaufen diesen Prozess jeden Tag und enden in Ausführung, Erfindung, Kommunikation, Sprache, Schrift, Kunst, Musik, etc. All diese Dinge und noch viel mehr, sind nötig um uns zu runden menschlichen Wesen zu machen, die im Gegenzug mit anderen kommunizieren, was letztendlich unsere Gesellschaften durchdringt. All das kommt von unserer Wahrnehmung, durch ein Gehirn, das zwei Hälften hat, das – auf einfachste Weise erklärt – männliche und weibliche Tendenzen aufzeigt, welche Tendenz nun männlich und welche weiblich ist, bleibt noch abzuwarten. Essentiell aber, lebt die die Idee von Gott und Göttin in unseren eigenen Köpfen, wörtlich genommen!

Ende Teil I


Gwydion


Betrachtungen zu den Erntedankfesten     Roadman & Anufa, 05.11.2016
Fluch, Segen und der Gesang der "Social Sirens"     Dreamdancer, 20.08.2016
Ein Blick auf die Heidenszene ... im Duett - Teil IV     Anufa & Sat-Ma´at, 16.07.2016
Das Mariendilemma     Mo von Elfhame, 02.07.2016
Ein Blick auf die Heidenszene ... im Duett - Teil III     Anufa & Sat-Ma´at, 14.05.2016
Ein Blick auf die Heidenszene ... im Duett - Teil II     Anufa & Sat-Ma´at, 30.04.2016
Ein Blick auf die Heidenszene ... im Duett - Teil I     Anufa & Sat-Ma´at, 09.04.2016
Enttäuschung     Chia, 19.03.2016
Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes - Teil V     Renard, 13.02.2016
Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes - Teil IV     Renard, 09.01.2016
Ein Blick nach innen     Angelika Aliti & Anufa, 12.12.2015
Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes - Teil III     Renard, 29.08.2015
Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes - Teil II     Renard, 12.07.2015
Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes - Teil I     Renard, 13.06.2015
Meinung oder Haltung? Und was genau ist eigentlich Verantwortung?     Angelika Aliti, 25.04.2015
Kritische Gedanken zur Weihnacht     Mo von Elfhame & Anufa, 10.01.2015
Intuition und Wachheit     Angelika Aliti, 31.08.2014
Das Problem mit der Figur - Teil II     Hrafna Kona, 31.05.2014
Das Problem mit der Figur - Teil I     Hrafna Kona, 19.04.2014
Ich erzähl´ dir was von mir und aus meinem Leben - Teil I     Uhanek & Anufa, 25.01.2014
Meinung ist nicht Wissen     Niels Koschoreck, 28.09.2013
Anders sein     Karan, 29.06.2013
UPG, Doxa oder "Aber für MICH ist das so…"     Sat-Ma´at, 30.03.2013
Schublade auf und rein mit dir!     MartinM, 05.01.2013
Wir sind immer noch am heidnischen Kinderspielplatz, also lasst uns spielen!     Damh, the Bard, 22.09.2012
Leben in Gemeinschaft     Beatrix, 04.08.2012
Ressourcen und deren Verschwendung - Teil IV     Merienptah, 09.06.2012
Ressourcen und deren Verschwendung - Teil III     Merienptah, 19.05.2012
Ressourcen und deren Verschwendung - Teil II     Merienptah, 05.05.2012
Ressourcen und deren Verschwendung - Teil I     Merienptah, 28.04.2012
Wie positives Denken verblödet (und wie Du das verhinderst)     Nils Koschoreck, 28.01.2012
Es endet das Jahr und noch so Einiges...     Anufa, 05.11.2011
Wie alles begann ... - Teil IV     Crysalgira, 09.07.2011
Wie alles begann ... - Teil III     Crysalgira, 02.07.2011
Grundlagen des Gruppenbewusstseins - Teil III     Matthew Webb, 04.06.2011
Wie alles begann ... - Teil II     Crysalgira, 28.05.2011
Wie alles begann ... - Teil I     Crysalgira, 14.05.2011
Grundlagen des Gruppenbewusstseins - Teil II     Matthew Webb, 26.03.2011
Lass uns drüber reden! - Teil II     Anufa, 19.02.2011
Lass uns drüber reden! - Teil I     Anufa, 05.02.2011
Grundlagen des Gruppenbewusstseins - Teil I     Matthew Webb, 23.01.2011
Mein Heidentum - Teil II     Gwydion, 30.10.2010
Mein Heidentum - Teil I     Gwydion, 09.10.2010
Pagan Federation Austria: Die Anfänge 2002 – 2007     Karen, 19.06.2010
Als ich meinen ersten Hahn opferte - Teil II     Mc Claudia, 13.03.2010
Als ich meinen ersten Hahn opferte - Teil I     Mc Claudia, 06.03.2010
Mara     Pferdekrähe, 12.12.2009
Ein Blick zurück: das Neuheidentum im Realitätscheck     Crick, 12.09.2009
Die Anderswelt     Moira, 17.05.2009
Darf Bildung Spaß machen?     Florian Machl, 07.03.2009
Auf der Suche nach dem heiligen Gral - Teil II     Merlin, 13.12.2008
Auf der Suche nach dem heiligen Gral - Teil I     Merlin, 29.11.2008
Die Hexen von der Blockheide     Lucia, 09.08.2008
Die ewige Stadt - Teil II     Cinis, 09.02.2008
Die ewige Stadt - Teil I     Cinis, 19.01.2008
Ebriosi - Teil II     Cinis, 11.08.2007
Ebriosi - Teil I     Cinis, 04.08.2007
Lapis Serpentis stellt sich vor     Cinis, 12.05.2007
2012 geht die Welt unter     Doc F, 31.03.2007
„Erinnerung“ oder „Woher komme ich"     MadameMim, 17.03.2007
3.065 Kilometer - Pilgerritt nach Santiago de Compostela - Teil II     Cinis, 09.12.2006
3.065 Kilometer - Pilgerritt nach Santiago de Compostela - Teil I     Cinis, 02.12.2006
Die Liebesringe     Dibe Yassi, 04.11.2006
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Lilythias BBnC Tagebuch - Teil I     Lilythia, 12.08.2006
Wer war Ötzi?     Werner, 15.04.2006
Das WurzelWerk im Naturhistorischen Museum     LadyPurple & Anufa, 11.02.2006
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Interview mit Kate West - Teil I     LadyPurple, 14.05.2005
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Die Welt der Maori     Werner, 25.09.2004
Tut Ankh Amun – das goldene Jenseits     Mhari, 15.05.2004
BBnC     JamesVermont, 17.04.2004
Totenfeier bei den Maori     Werner, 20.03.2004
Ein Tag in Neunkirchen     Fledermaus, 07.02.2004
Von Ostara nach Mabon - oder: Wohin die Gezeiten dich tragen     Brighid, 04.10.2003
Nihon     Striga, 23.08.2003
Ostara auf Gran Canaria     Brighid, 21.06.2003
Das Abenteuer «Staatliche Anerkennung»     Freyjatru, 26.04.2003
Silberwolf - mein Weg     Silberwolf, 08.03.2003
Samhain in Neuseeland     Werner, 09.11.2002
Unser Sommer-Sonnwendfest in Neuseeland     Werner, 14.07.2002
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Meine ersten Erlebnisse mit Runen     Baital, 13.10.2001
Ein spiritueller Lebensweg     Zora, 30.08.2001
Duke Meyer - Heidnischer Glaube in der Kunst - Teil II     Zora, 28.08.2001
Duke Meyer - Heidnischer Glaube in der Kunst - Teil I     Zora, 28.08.2001



               
                   
                   



    

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