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Pagan Federation Austria: Die Anfänge 2002 – 2007

Die Pagan Federation International hat in vielen Ländern der Welt "Filialen". Eine davon gibt es auch in Österreich und Karen schildert hier die Entstehung aus ihrer Sicht...

Als ich damals vom Süden Englands nach Österreich gekommen bin, habe ich mir erwartet dort eine Heidnische „Szene“ anzutreffen – ähnlich der, die ich in England verlassen hatte. Als ich hier ankam, gab man mir den Kontaktnamen einer Person, die ich treffen sollte – aber generell fand ich wenige Veranstaltungen vor, es gab keine offenen Rituale und der Österreichkoordinator der Pagan Federation war ein Deutscher Mann, der sich um das gesamte deutschsprachige Gebiet kümmerte – Deutschland, Österreich und die Schweiz. Kurz nach meiner Ankunft brach er den Kontakt zur Pagan Federation ab und ging seine eigenen Wege.

Es gab damals schon einen monatlichen Stammtisch der Heiden in Wien (von pagan.at), die Werner, mein Mann, ab und an besuchte. Als ich dort hin ging und mich nach der Pagan Federation erkundigte, hörte ich viele Beschwerden. Generell war man der Ansicht, dass die PFI nichts für das Heidentum in Wien getan hätte. Und deshalb wurde auf diesem ersten Stammtisch den ich besuchte, über die Gründung eines unabhängigen Vereins für Heiden gesprochen – dem WurzelWerk.

JahreskreisAls ich dann herausfand, dass es keinen Pagan Federation Koordinator für Österreich mehr gab, bot ich selbst meine Dienste an. Ich war in England viele Jahre lang selbst Mitglied gewesen und hatte die PF immer als eine wertvolle Organisation kennen gelernt, die ihren Mitgliedern gute Dienste tat. Unsere Idee für Österreich war dann zunächst einen Ort zu finden, an dem Diskussionen und Vorträge gemacht werden konnten, wenn sich jemand dazu bereit erklärte. Und so wuchs die Gruppe nach und nach – die Druiden kamen mit ihren Harfen, es gab Vorträge von einem Cherokee Native – Changing Man, Hermilin sprach über die Medizin der Pflanzengeister, Marion brachte einige spannende Themen zur Sprache und weiters gab es beispielsweise einen Märchen- und Geschichtenabend. Wir versuchten etwas anderes anzubieten als die Gruppen, die es bereits gab und so kam dann auch das Thema der Internationalität auf.

Von einer internationalen Organisation ist hier die Rede, weil wir uns zum Ziel genommen haben alle Menschen willkommen zu heißen, egal welche Sprache sie sprechen oder aus welcher Tradition sie kommen. Also benutzten wir Englisch als das Kommunikationsmedium, da es auch einige Menschen in unserer Runde gab, die nicht Deutsch sprechen konnten. Die Pub Moots und Open Rituals sollten ein Versuch sein ein anderes Angebot an Aktivitäten zu haben – wir haben versucht unsere Aktivitäten von denen anderer Organisationen zu unterscheiden, damit niemand in den Zugzwang geriete, sich zwischen verschiedenen Organisationen entscheiden zu müssen oder um nicht als Konkurrenz für andere angesehen zu werden. Meine Sichtweise ist, und das war schon immer so – je mehr verschiedene Gruppen es gibt, aus deren Verantstaltungen man wählen kann – desto besser, genau wie in Britannien.

Wir gaben uns sehr große Mühe dabei keine Themen zu besprechen, die vorher schon von anderen Gruppen besprochen oder behandelt worden waren und Terminüberschneidungen zu verhindern. Dieses Vorgehen sollte es jedem ermöglichen alle möglichen Treffen und Gruppen zu besuchen, was sehr viele dann auch taten.

IMG_1741Werner und ich fanden dann 2002 die erste passende Location und begannen dort in regelmäßigen Abständen einen PubMoot (=Stammtisch) abzuhalten. Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich zusätzlich zu vielen neuen Gesichtern noch immer viele der Leute zu den Pub Moots einfinden, die an jenem ersten Abend in der Elisabeth Straße mit dabei waren, als wir unsere persönlichen „Geistergeschichten“ erzählten – für eine Gruppe, die darüber ein Buch schreiben wollte. Seit diesem ersten Abend gab es viele Ortswechsel und eine Fülle an faszinierenden Sprechern und Vorträgen und der PubMoot begann zu blühen und gedeihen.

Zusätzlich zu den Pub Moots entschieden wir uns offene Rituale zu den Sabbatfesten abzuhalten. Wir entschieden uns dafür, diese in der Stadt abzuhalten, damit auch die Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen wären teilnehmen könnten. Außerdem sollten die Open Rituals während der Woche abgehalten werden, da viele der Teilnehmer am aktuellen Datum des Sabbats mit ihren Gruppen feiern würden – genau so wie wir! Diese Rituale sollten keine Veranstaltungen sein, die man nur mit Einladung besuchen kann, sie sollten offen für jeden sein, der daran teilhaben wollte und mit uns am Rad des Jahres drehen wollte. Der erste Veranstaltungsort, den wir dazu auswählten, war ein sehr dunkler, sehr kleiner keller unter dem „Down Under Aussie Pub“ mit lauter Musik als Hintergrundgeräusch. Das erste Samhainfest 2002 wurde von über 40 Leuten besucht und ich denke wir haben die Musik im oberen Stockwerk mit unserem chanten weit übertönt. Ich bin mir sicher, dass viele aus reiner Neugier und Schaulust kamen, aber ich bin sehr froh darüber, dass auch heute noch genau so viele Besucher teilnehmen, wie in diesem ersten Jahr. Nach einem Jahr fanden wir dann glücklicherweise das Tympanum, wo wir bis heute unsere Open Rituals veranstalten.

IMG_1740In den Anfängen haben Werner, ich und unser Coven die Open Rituals abgehalten, da es sehr schwer war andere dazu zu überreden die Leitung zu übernehmen. Die Druiden und eine Familientradition halfen uns dabei und sind für uns eingesprungen, wofür wir sehr dankbar waren. Es ist sehr schön zu sehen, dass die Rituale nun das ganze Jahr hindurch zwischen verschiedenen Gruppen aufgeteilt werden.

Nach 5 Jahren beschlossen wir dann, dass es an der Zeit wäre die Leitung und Koordination an jemand anderen weiter zu geben. Isa hat für ein paar Monate übernommen und dann nahmen Jeff und Vernon 2008 schlussendlich die Zügel in die Hand. Sie haben seitdem bis heute die Pagan Federation Austria gestärkt und gefestigt.


Karen Gubi-Jefferson hat 2002 die Koordination der Pagan Federation in Österreich übernommen. In diesem Artikel erinnert sie sich an die Anfänge der Pagan Federation Austria – das WurzelWerk dankt für die Artikelspende.


Karen


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