Silberwolf - mein Weg
Wie wird jemand Schamane? Es gibt mehrere Möglichkeiten dafür. Der Schamanismus ist ein individuelles System, und so unterschiedlich sind auch die Lebenswege derer, die ihn ausüben. Mein Weg ist hier nun zu lesen.

Als Kind konnte ich im Dunkeln Gestalten und Formen wahrnehmen und hatte keine Ahnung, was das sein könnte. Wenn ich Erwachsenen davon erzählte, wussten sie nicht, was ich meinte. Ich liebte es zu tanzen, indem ich dem Rhythmus folgte und tat, was die Musik mir eingab. Beides verlor sich dann, weil ich meine Visionen für Einbildung hielt und mich mit Standard-Tänzen nicht anfreunden konnte. So kam ich auf die Idee, ich könne nicht tanzen, weil es mir nicht gelang, mich in vorgegebene Tanzschritte einzufügen und ich es nur auf meine eigene Art und Weise konnte.


Die ersten Schritte

Die ersten okkulten Erfahrungen machte ich mit 16, da versuchte ich mit Spielkarten in die Zukunft zu sehen (wie wird die nächste Schularbeit, was ergibt die Musterung beim Bundesheer etc.). Ich stellte fest, dass es kam, wie ich es vorhersah. Das Interesse am Kartenlegen verlor sich dann wieder und auch die Neugier am Okkulten.
Mit 21 hörte ich von Tarot-Karten und kaufte mir welche, weil ich wieder in die Zukunft schauen wollte. Mit der Zeit entstand eine Sammlung von Tarots, bei jedem Karten-Deck stand im beiliegenden Heft etwas über die Kabbala, Astrologie, den Golden Dawn, Crowley, heidnische Götter usw., also wollte ich mehr dazu wissen. Die Romane von Gustav Meyrink zeigten mir völlig ungeahnte und neue Perspektiven. Über diese Bücher nachzudenken und sich auf Meyrinks Gedankengänge einzulassen, hat mein Bewusstsein und meine Weltsicht nachhaltig verändert.

Im Zuge meines Forschungsdranges sammelte ich ein breit gefächertes Wissen im Bereich Okkultismus, Magie und Esoterik. Ich beschäftigte mich mit den Lehren von verschiedenen Religionen und Vereinen, lernte autogenes Training, machte in einer Selbsterfahrungsgruppe mit, besuchte Kurse und Diskussionsrunden. Im Laufe der 80er Jahre hatte ich mehrmals Begegnungen mit Naturgeistern. Auf diese Weise erhielt ich die Bestätigung, dass an der Esoterik was dran sein musste. Mit der hermetischen Magie (à la Golden Dawn) konnte ich mich nicht recht anfreunden, da es nie den letztendlichen Moment des Begreifens und Anwendenkönnens gab. Also suchte ich weiter nach Wegen der Magie. Unter meinen Freunden und Bekannten war ich ein Außenseiter. Man meinte trotz aller Freundschaft, dass das doch abwegige und abstruse Dinge seien, für die ich meine Zeit aufwendete.


Gesucht und endlich gefunden
Als ich im Alter von 27 Freunde mit Interesse für Esoterik und Magie fand, hatte ich endlich ein paar Gleichgesinnte entdeckt und war kein Außenseiter mehr. Ich lernte auch Shadowcat kennen, der gerne astral reisen wollte. Das interessierte mich ebenfalls, also machte ich Versuche, den Körper zu verlassen. Ich sah mich in einem Tunnel, der innen gerippt war. Manchmal floss ein Gewässer hindurch, manchmal waren Bahngleise darin. Ich hatte in dieser Zeit auch immer wieder Gefühle von Schwindel und es kam mir vor, als würde ich gleich abheben. Bei einem Versuch mit Meditation wurde dieses Gefühl noch stärker. Ich sah außerdem einen grauen Wolf, der da draußen auf mich wartete. All dies war etwas unheimlich für mich.
Eine Bekannte schlug mir vor, eine Reise mit einem Trommeltonband zu machen, in der Stellung der Maisgöttin (nachzulesen bei Felicitas Goodman). Das sollte die Verwandlung in ein Tier bewirken und mich mit meinem Krafttier in Verbindung bringen. Unter Einwirkung der Trommel ging nun der Tunnel ganz auf und ich wurde hindurch gerissen und in einen Wolf verwandelt. Im Zuge dieser Reise lief ich mit einem Wolfsrudel, streifte durch die Wälder, heulte den Mond an und fühlte mich sehr wohl. Infolge dessen beschäftigte ich mich weiter mit Trommelreisen und führte auch genau Tagebuch darüber (ein Book of Shadows hatte ich sowieso schon begonnen). Als mir das Buch "Der Weg des Schamanen" von Michael Harner unterkam, war ich verblüfft: All das, was ich erlebt hatte, stand da drin als schamanische Erlebnisse. Das überzeugte mich davon, dass meine Erlebnisse wahr und sinnvoll sind. Denn ich hatte nie zuvor etwas über Schamanismus gelesen, und dann stellte ich fest, dass ich ihn schon ausübte. In weiterer Folge wusste ich, wie ich diese Fähigkeiten einsetzen kann, um mir selbst und anderen zu helfen. Der graue Wolf war mein erstes Totem. Der Core-Schamanismus gab meinen Talenten eine Struktur und eine Form.


War es das doch nicht?
In weiterer Folge geriet ich in eine Sinnkrise, wollte die ganze Magie aufgeben und glaubte momentan nicht mehr daran. Ich war total verunsichert. Mehrere gute Freunde, denen ich dafür sehr dankbar bin, halfen mir durch diese Schwierigkeit hindurch, mir ging es wieder besser. Ich habe später in einem Buch über die Berufungskrise von Schamanen gelesen, und das ist auch die Erklärung für meine Krise. Ich wurde auf die Probe gestellt, ob es mir damit Ernst ist, den Weg des Schamanen zu gehen.
Ab der zweiten Reise begleitete mich ein Bär, und als mich der Wolf verließ, verband ich mich mit dem Bärengeist, denn er gab sein Einverständnis, mein Krafttier oder Totem zu sein. Das Buch und die CDs von Gabrielle Roth regten mich zum Tanzen an. Mein erster Tiertanz nach Michael Harners Methode ergab den Bären, mit dem ich mich in der Nacht zuvor verbunden hatte. Ich hatte den Tanz wiederentdeckt. Mein Weg der eigenen individuellen Tanzschritte, den ich früher für falsch hielt, erwies sich jetzt als Stärke und als bis dato ungenutztes Potenzial. Tanzen ist seitdem ein wichtiges Element meiner Rituale und schamanischen Tätigkeit.

Zehn Monate nach der Berufungskrise wurde ich im Schlaf nach Australien versetzt und in einer Zeremonie initiiert. Mir wurden die Augäpfel aus dem Kopf gerissen und neue dafür eingesetzt. Dazu wurde mir gesagt: "Jetzt siehst du die Welt mit anderen Augen!".
Das hat sich bis heute bewahrheitet, und wieder gab es ein Déjà-vu-Erlebnis: Dass solche Einweihungsträume unter Schamanen häufig vorkommen, habe ich erst nachher in Büchern gelesen...


Und heute...
Wir haben jetzt das Jahr 2003 und ich bin seit zwölf Jahren Schamane. Mehrere Freunde haben zu meinem Weg als Schamane Wichtiges beigetragen. Mein Dank ergeht an:

Erik - den Manager, für Coaching und Rhetoriktraining
Martin - den Zugvogel, für Schilderungen von jenseits des Horizontes
Merlin - den Weisen dafür, dass er mir passiert ist
Robert - den Sommelier, für Weltoffenheit und gastronomische Beratung


Silberwolf


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