Wie der Tarot in meine Welt kam...
Zu allererst: Nein, ich bin kein Tarot-Profi. Ich erschnüffle keine Karte noch bevor sie überhaupt aufgedeckt wird. Ich kenne auch nicht alle 12 grossen Arkanen und alle 56 kleinen Arkanen auswendig. Hält mich das davon ab, die Tarotkarten zu benutzen? Natürlich nicht!

Um das Tarot-Deck zu benutzen, braucht man meiner Meinung nach nichts auswendig zu lernen. Wenn man sich öfter mit den Karten auseinandersetzt, lernt man die Bedeutungen der Karten eigentlich nebenbei. So sammelt man Erfahrung und damit bekommt man auch ein Gefühl für die Karten. Wichtig ist, dass man zu sich selbst ehrlich sein kann. Man muss die Karten so annehmen wie sie liegen, mogeln wie z.B. eine verkehrt liegende Karte umzudrehen (Ich weiss wovon ich spreche!) sollte es nicht geben. Man möchte ja ein objektives Bild von seinem Inneren gewinnen. Denn nur wenn man alle Karten im Kontext betrachtet, entschlüsselt sich einem das Geheimnis der eigenen Seele. Das mag sofort passieren, vielleicht aber auch erst in ein paar Monaten. Nicht alles muss sofort Sinn ergeben. Die Karten selbst haben keine magischen Kräfte. Sie sind der Spiegel unseres Selbst - genau dann, wenn wir uns in den Spiegel schauen möchten - wenn wir sie legen. Sie ermöglichen es uns einen Blick in uns selbst zu richten und zwar "von außen". Sie sind sozusagen ein Werkzeug und ein Werkzeug lernt man nur zu beherrschen, wenn man es öfter benützt. Logisch, oder?

Ich erinnere mich an den Tag an dem ich meine Tarotkarten kaufen ging. Gerade vierzehn, war ich auf dem "Ich will wissen was mich in meinem Leben erwartet - und zwar sofort!" - Trip. Also ging ich los und besorgte mir ein Tarot-Deck. Es war leider keine so angenehme Sache, wie ich mir das vorgestellt hatte: In dem Geschäft wurde ich einfach ignoriert. So verging eine Weile bis ich meine Mission des Tages erfolgreich beendet hatte, nur um nach Hause zu kommen und von meiner Mutter belehrt zu werden: "Du weißt aber, dass das kein Spiel ist!". Das hat dem Eisberg sozusagen die Spitze aufgesetzt, und die pubertäre Hermilin hat sich für den Rest des Tages in ihre eigenen vier Wände zurückgezogen. Auf die Karten bin ich gestoßen, da meine Mutter ein nettes Büchlein besaß - über die Kunst des Wahrsagens. (Tja, jetzt findet es sich in meinem Bücherschrank wieder...). Meine Interpretation des Inhaltes dieses Buches in Bezug auf Tarot war damals folgende: Man nehme einmal Tarotkarten, mische sie gut, hebe ein paar mal ab, lege sie in einer komischen Form auf und Taadaa!!! Einmal Zukunft, fertig zum Genießen! Weit gefehlt, liebe Hermilin! So geht es einfach nicht. Nachdem ich die Karten und ihre Bedeutungen einfach nicht begreifen konnte, habe ich meine Karten bis zum "Geht-nicht-mehr" malträtiert. Ich habe hin und her gefragt, fröhlich gelegt, gleich ein paar Male hintereinander und zwar solange, bis mir die Kartenkonstellation gefallen hat (und damit meine ich optisch!). Man kann sich vorstellen, dass mich die endlose Fragerei ziemlich frustriert hatte und so landeten meine Karten nach nicht allzu langer Zeit auf zwei Jahre im Kasten. Ich wollte die Karten damals sicher für nichts "Schlechtes" verwenden, aber was mir gefehlt hat, war die Karten und ihre Ergebnisse - mein Inneres zu respektieren.

Nun die zwei Jahre waren vergangen, aber die Fragen waren immer noch da. So kramte ich meine Karten wieder hervor. Ein bisschen gescheiter, ruhiger und mit ein bisschen Verständnis dafür ausgestattet, dass das was die Karten wiedergeben mein innerer Spiegel ist und dass das Ergebnis / die Zukunft nur dann so sein wird, wenn ich meinen Weg so weitergehe wie bisher. Gut. Ich konsultierte wieder mein Tarotdeck. Und da erinnere ich mich jetzt nur mehr schemenhaft daran, dass etwas geschehen ist, das ich andeutungsweise dem Tarot entnommen habe. Da hat es mich mit der Angst gepackt. Soviel Angst, dass ich das Kartendeck nicht mehr benutzen wollte und so verschwand es einmal mehr - im Kasten, ganz genau!

Ich habe mir von meinen damaligen Kartenkonstellationen keinerlei Notizen gemacht; etwas, das ich jetzt bedauere. Rückblickend wäre es sicher interessant gewesen. Jetzt mache ich alles ein wenig anders. Bevor ich meine Tarotkarten lege, schaffe ich mir eine ruhige Atmosphäre. Wie gestern zum Beispiel. Ich habe mir eine Duftlampe angezündet, den Tisch abgeräumt, meine Uhren umgedreht (sodass ich die Zeit nicht sehe) und eine Kerze für die Göttin angezündet. Dann habe ich zuerst tief durchgeatmet und versucht meine Gedanken zu klären (Erden und Zentrieren). Danach habe ich mich dem eigentlichen Kartenlegen gewidmet. Dafür habe ich mir auch Zeit genommen, bin die einzelnen Bedeutungen durchgegangen, dann habe ich mir alle Karten zusammen angesehen. Und damit ich auch noch in ein paar Monaten weiss, was mir die Karten gezeigt haben, habe ich mir alles aufgezeichnet. Die Angst von damals ist jetzt fast ganz gewichen. Vor seinem Inneren soll man sich nicht fürchten und man soll vor allem nicht vergessen, dass man durch die Tarotkarten die Möglichkeit erhält, die Auswirkungen seines jetzigen Tuns zu sehen und eventuell dann doch noch verändernd einzugreifen.

[Meine Erfahrungen zum jetzigen Zeitpunkt sind auf das Legen von Tarot für mich selbst limitiert.]


Hermilin


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