WurzelWerk´s kreativer


traum im mohnfeld
Pan
Gnosis

traum im mohnfeld

windlieder
flattern nachtblau und warm und
wiegen
schlafend ein meer
tauroter blüten – ungezählt
sternengleich
wolkenleicht:
glühen im licht
sommermondfarben
und schimmern in vorbeihuschenden
schattentälern
wie die sinkende wintersonne schimmert
in den eisüberhauchten kelchen
der herbstzeitlosen –

mondlicht
flutet nachtrot und warm durch dein haar und
will dich wiegen –
in den schlaf wiegen in einem meer
tanzender blüten: ungezählt über dir
sternengleich
wolkenleicht:
wanken im winde
auf flimmernden stielen
tausende zartflirrender lichtflecken glimmen
sommermondfarben
und wirbeln vorüber und neigen sich
zu dir
und sinken trunken, schwer und süß und rot –

und taumelnd fliegt ein schmetterling durch deinen traum

mit langem rüssel trinkt er roten wein
aus den kelchen
der herbstzeitlosen


Pan

Wenn der Kuckuck ruft, voll Angst,
zum siebten Mal:
gehe hinaus aus dem Wald,
weiter und immer weiter –
gehe:
in den lautlosen Abend der verlorenen Zeit.
Der Weg brennt
im flimmernden Licht
der sinkenden Sonne.
Gehe:
aber der Weg ist
ohne Ende.
Gehe:
aber den Horizont wird die Sonne
niemals erreichen.
Doch gehe: denn vielleicht
kannst du dem Weg ohne Raum
eine kleine Flamme der Ewigkeit
stehlen
und der Sonne ohne Zeit
ein flackerndes Irrlicht
des Unendlichen.
Gehe.

Kehrst du zurück in den Wald, voll Angst,
wird der Kuckuck
siebenmal
schweigen.


Gnosis

Schweige, du Gott!
Blendete sie uns nicht,
die spiegelnde Finsternis?
Und die Augen,
als wir sie uns rieben, dich, Gott,
dennoch zu sehen,
zerstörten wir sie uns nicht
mit den Eiskristallen
der Dunkelheit?
Schweige, du Gott!
Den Nordwind ließest du,
einzig lebendig,
spielen auf der Glasharfe
der Stille
jeden Laut zu ersticken
und uns hörend
taub zu machen —
schweige, du Gott!
Gingen wir nicht, dich zu suchen
und riefen wir nicht
deinen Namen?
Doch wir hörten nicht
den Schrei der Krähe
ü ber dem gefrorenen Meer
und wir sahen kein Tier
in den versteinerten Wäldern
und aller Stein
und alles Eis der Welt
zerschnitt
auf deinem Gesicht
unsere tastenden
Hände


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