WurzelWerk´s kreativer


Yulegedichte

Sonnenwend - Auf der Ofenbank

´s geht doch über die Ofenbank
nichts auf der weiten Welt.
Man streckt sich auf der Länge lang
und tut, was einem gefällt.

Da raucht man denn in guter Ruh,
sein Pfeifchen Kraustabak,
halb macht man schon die Augen zu,
und überdenkt den Tag in Ruh.

Die Mutter bringt ein volles Glas,
gemächlich trinkt man´s leer,
dann simuliert man dies und das,
und endlich gar nichts mehr.

Wird einem schwer sein müdes Haupt,
klopft man die Pfeife aus,
´s ist Zeit, daß man zu Bette geht,
Gott schütze Hof und Haus.

Verfasser unbekannt

 

Sonnenwende

Sonnenwende, komm und ende
alles Dunkel, mach uns frei!
Wende ab den Schlaf der Satten,
wende ab den Tod der Schatten,
wende ab die Nacht der Träume,
sende Licht in alle Räume.

Karl Schüler

 

Wintermärchen

Ich bin im Winterwald verirrt.
Kann keinen Weg mehr finden.
An allen Tannenzweigen klirrt
der Schnee in kalten Winden.

Da huscht ein Wichtelmann vorbei
mit Hack und blankem Spaten.
Da ziehen Rehe fromm und scheu
auf die verschneiten Saaten.

Auf weißem Hirsch kommt fein und stolz
ein Elf vorbeigeritten.
Ein and´rer fährt durchs Unterholz
auf einem goldnen Schlitten.

Ein dritter winkt mir lachend zu
aus den Machandelzweigen,
ein vierter tanzt ohn´ Strümpf und Schuh
im Schnee nach lust´gen Geigen.

Kreuzschnäbel fliegen rot wie Blut
durch silberweiße Äste.
Sie bauen schon für ihre Brut
am halbverschneiten Neste.

Da kommt ein großer Wandersmann
vom Berge her gegangen.
Sein langer, blauer Mantel weht,
sein Blick sucht in die Weite.
Ein riesengrauer Wolfhund geht
behutsam ihm zur Seite.

Da schweigt der munt´re Geigenklang,
da wird die Luft so leise.
Nichts stört des mächt´gen Alten Gang
Und seine ew´ge Reise.

Nur in der Tanne grün Geäst
die Kreuzesschnäbel singen.
Und um ihr kleines, warmes Nest
geht frühlingsfrohes Klingen.

Der Alte hört´s . Er steht und schaut
und lächelt in die Tannen.
Das Eis in seinem Bart zertaut,
und still geht er von dannen.

Anne Marie Koeppen

 

Ein helles Licht ist uns entbrannt

Ein helles Licht ist uns entbrannt,
das leuchtet weit ins dunkle Land
und kündet Mensch und Tier und Baum
der Sonne Sieg im Weltenraum.

Die Sonne und das edle Blut
sind ewig jung und ewig gut.
In Kälte, Winternacht und Not
bewahr´ das Leben sie vor Tod.

Der grüne Baum, die frohen Kind
des großen Lebens Zeugen sind,
das heute Nacht zu großer Freud
nach ew´ger Ordnung sich erneut.

Lothar K. von Rutkowski

 

Wintersonnwende

Einst, als das Land noch frei und die salzne See,
standen zur Sonnwendnacht Feuer auf jeder Höh`,
Flammen grüßten hinüber weit über Bucht und Tal,
und der Toten Vermächtnis sprach aus dem brennenden Mal.
Einst klangen Spruch und Lied der Jungen mit fröhlichem Mut.
Jauzend setzten im Sprung sie über die lohende Glut.
Und ihr Wimpel stand groß und hell vor der Flamme Spiel,
hell wie das Morgenrot stand ihrer Zukunft Ziel.
Dämmernd im Sternenlicht ging die Mittwinternacht,
ließ die Mannschaft stark und voll Willen zur Wacht.
Golden erglänzte die Sonne über dem freien Meer,
über den Bergen und Fluren, über Wiege und Wehr.
Einst, und es brennt dieses Wort, wie kein Feuer gebrannt,
einst besaßen wir dies: Freiheit und Reich und Land.
Heute hegen wir still nur verschwiegene Glut
in dem Wissen um Wandel und Schicksal, um Erde und Blut.
Wir grüßen die Sonne, deren Licht über uns ist;
Licht bleibt und treu auch das Herz,
das nie seines Ursprungs vergisst.

Margarete Dierks

 

Der Sunwendmann

„Der Sunwendmann,
wo kommt er her?“
Über Wiesen und Felder,
über Berge und Wälder,
vom weiten, weiten Meer,
da kommt er her.

„Der Sunwendmann,
wie zieht er ein?“
Auf leuchtendem Schimmel
wie die Sonne am Himmel,
voll spiegelndem Schein,
so zieht er ein.

„Der Sunwendmann,
was bringt er mit?“
Gar köstliche Gaben
für Mädchen und Knaben,
die guter Sitt`;
das bringt er mit.

„Der Sunwendmann,
wie teilt er´s aus?“
Er legt sie verstohlen,
wo leicht sie zu holen,
ans Fenster, vors Haus,
so teilt er´s aus.

Martin Greif

 

Frau Holle schüttelt die Betten aus

„Großväterchen, es schneit so sehr!
Schau wie die Flocken jagen!
Wo kommt denn all der Schnee nur her?“
Das will ich Kind dir sagen.

Frau Holle schüttelt die Betten aus
Vom Himmelsfenster oben.
Frau Holle hat ein großes Haus
Dort zwischen den Wolken droben.

Drin glänzet alles schmuck und nett
Wie lauter Silberschimmer.
Es steht ein großes, großes Bett
Da in Frau Holles Zimmer.
Mit klarem Linnen lässt gar fein
Ihr Bett Frau Hole schmücken,
die Daunen sind so weiß und rein
als wie vom Schwanenrücken.

Und hat sie morgens sich den Schlaf
Aus ihren Augen gerieben,
dann schüttelt sie die Betten brav,
dass rings die Federn stieben.

Dann deckt sie rings die Felder zu
Mit weicher Federn Wolle,
die schlafen dann in süßer Ruh...
Schön` Dank dafür Frau Holle!“

Rudolf Löwenstein

 

Mittwinterszeit
(Lied)

Mond sieht aus dem Wolkentor;
„Ist es noch nicht Zeit ?“
Ruprecht spann die Schimmel an,
das Frau Holle reisen kann,
ihre Fahrt ist weit.

Pack dir Heu und Häcksel ein,
ihr müsst lange fahren.
Ruprecht zünd die Lichtlein an,
dass Frau Holle sehen kann,
ob wir fleißig waren.

Ist das Säcklein leer gemacht
Bis zum letzten Rest,
Ruprecht blas die Wolken an,
dass Frau Holle singen kann
uns zum frohen Fest.

Text: Karola Wilke, Melodie: Hans Helmut

 

Stille Nacht, Sonnwend Nacht

Stille Nacht, Sonnwend Nacht,
Winter hat den Schlaf gebracht,
Schnee bedeckt die ruhende Welt,
weiß sind die Bäume, der Berg und das Feld.
Die dunkelste Nacht ist nun da!
Die dunkelste Nacht ist nun da!

Stille Nacht, Sonnwend Nacht,
im Wald der alte Eichenbaum wacht,
er weiß von dem ewig drehenden Rad,
weiß von der schlafenden, heiligen Saat.
Nichts bleibt je wie es ist!
Nichts bleibt je wie es ist!

Stille Nacht, Sonnwend Nacht,
Mistelzweig, Kerzenpracht,
schmückt das hellerleuchtete Heim,
friedvolle Gesichter im Kerzenschein.
Freut euch, Yulnacht ist heut!
Freut euch, Yulnacht ist heut!

Stille Nacht, Sonnwend Nacht,
der Tannenzweig im Yulfeuer kracht,
Geschichten und Lieder erfüllen die Luft,
wie der segnende Weihrauchduft.
Weihet euer Haus!
Weihet euer Haus!

Stille Nacht, Sonnwend Nacht,
Yulemond scheint ganz sacht,
läßt glitzern die Decke aus Schnee und Eis,
im Hause der Tee ist süß und heiß.
Die dunkelste Stunde vergeht!
Die dunkelste Stunde vergeht!

Stille Nacht, Sonnwend Nacht,
alles singt, alles lacht,
zu Ehren des wiedergeborenen Lichts,
trüben kann unsere Freude nichts.
Denn heut´ ist die Sonne gebor´n!
Denn heut´ ist die Sonne gebor´n!

Text von Tanja Schröder zur Melodie von "Stille Nacht, Heilige Nacht"

 

Das Fest der Wintersonne
(ein Weihnachtslied)

"Rauch von Holz und Harz liegt in der Luft
ich atme ein den verlockenden Duft
Yulezeit ist da, Yulezeit ist da

Im tiefsten Winter, so einsam die Nacht
die Sonne wendet und Balder erwacht
Stellt das Sonnenrad auf, stellt das Sonnenrad auf

Der Tannenbaum in seiner Pracht
Der Yuleast lodert hell durch die Nacht
Stimmungsvolle Ruh, stimmungsvolle Ruh

Das Licht am Himmel die Hoffnung bringt
und Tor wild seinen Hammer schwingt
Kraft fürs kommende Jahr, Kraft fürs kommende Jahr

Frey und Freyas Sinnlichkeit
bringt Liebe, Lust und Fruchtbarkeit
Leben wird weitergehn, Leben wird weitergehn

Oh, Wintersonne, das Fest für Sie
Met, Korn und das Blut, unsere Gaben an Sie
Auf ewige Wiederkehr, auf ewige Wiederkehr

Hagalaz Runedance


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