Uhanek

Im Dezember 1967 kam ich als Kind sehr junger Eltern und als Sprössling einer sehr großen, bunten und weit verzweigten Familie zur Welt, Schütze mein Sternzeichen und Aszendent. Inmitten eines bunten Straußes aus Religionen und Kulturen aufgewachsen, führte mich diese „Vorbelastung“ zum Studium der Ethnologie, Religionswissenschaft, Iranistik und Volkskunde. Geprägt durch den Gedanken, dass ein tiefer Wert darin liegt, für andere von Nutzen zu sein, landete ich neben der Forschung und wissenschaftlichen Arbeit auch in der Erwachsenenbildung, bin trauertherapeutisch aktiv und stehe als freier Reikimeister und -lehrer zur Verfügung.

Sei bewusst und achtsam, arbeite mit den Umständen und finde im Umgang mit den Menschen die Worte, die sie verstehen. Bediene dich ihrer Wortgefängnisse, aber lass dich nicht darin fangen. Lass dich niemals einlullen von der Bequemlichkeit des bloß Augenscheinlichen. So in etwa lässt sich die Sichtweise beschreiben, die  mir durch Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel vermittelt wurde. Die Religionen gelten darin als Teil jener Wortgefängnisse, die auch als „Normalität“ bezeichnet werden. Dementsprechend erlebte ich als Kind keinerlei bewusste religiöse Erziehung, während mir doch gleichzeitig das Heilige und Geistige stets selbstverständliche Tatsache und Grundvoraussetzung einer Vielzahl von Mythen, Legenden und Familiengeschichten war. Das, was mir als Leben, Bedeutung und Sinn aller Dinge ins Bewusstsein trat, jenes Wogen der Erscheinungen und Möglichkeiten in der Unermesslichkeit des Absoluten, nannte ich Gott. Die Mystik, die Magie und Gott steckt uns, so erfuhr ich es durch meine mich prägenden Verwandten, in den Knochen.

Wir können uns religiöser Worte, Konzepte und Strukturen bedienen, was jedoch alleine zählt, das ist die lebendige Erfahrung des Geistes und der Energie. Daher standen mir alle Informationen zu den Religionen und religiösen Praktiken nach Belieben, Neigung und eigenem Ermessen zur Verfügung. Die so genannten „magischen“ Dinge galten in einem Zuhause, das vor allem geprägt war durch einen unerschütterlichen Pragmatismus, nicht als Grund zur Beunruhigung, sondern als probates Mittel für den Umgang mit dem Geist und der Wirklichkeit. 

Meine eigenen Versuche, mich in jene Form der Normalität einzugliedern, die ich bei meinen Freunden und Mitschülern erlebte, ließen mich krank werden und warfen mich nieder. So folgte ich, nicht immer freiwillig, den Wegen und Inspirationen meiner Verwandten und Vorfahren. Dies führte mich über jene lehrhaften Geschichten hinaus, die mir meine Familie während meiner Kindheit und Jugend als Hilfe übermittelt hatte, und trug mich noch während meiner Teenagerzeit inmitten der vielen möglichen religiösen, künstlerischen, philosophischen und wissenschaftlichen Beschreibungen der Wirklichkeit zum Vajrayana-Buddhismus, in dem ich eine vollkommene geistige Heimat und perfekte Synthese der vielen Wissensfelder fand.

Im WurzelWerk betreue ich die Rubrik „Leerheit und Form“, die sich mit verschiedenen Themen rund um den Buddhismus befasst und vielleicht ja auch für Heid und Hex die eine oder andere Bereicherung sein mag. Darüber hinaus ist auch jeder herzlich eingeladen, meinen Blog Garuda Bhavan zu besuchen.

 



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